HASH(0xf45938)Content-Type: text/html Johannes Hermanns - Diplombetriebswirt in Aachen
 
 



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Sozialversicherung: Direktversicherung Entgeltumwandlung Obergrenze


Infobrief

Baugewerbliche Verbände

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16.01.2012



Tarifliche Zusatzrente im Baugewerbe Möglichkeiten der Entgeltumwandlung

Die Möglichkeit der steuer- und sozialversicherungsfreien Entgeltumwandlung ist für die betriebliche Altersversorgung auch im Kalenderjahr 2012 begrenzt.

Gemäß § 3 Nr. 63 EStG sind Altersvorsorgebeiträge an eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, soweit sie im Kalenderjahr 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (alte Bundesländer) nicht übersteigen. Die Obergrenze für die Lohnsteuer- und Sozialversicherungsfreiheit liegt unter Zugrundelegung der im Kalenderjahr 2012 geltenden Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung bundesweit bei

4,0 % von 5.600,00 Euro = 224,00 Euro monatlich
4,0 % von 67.200,00 Euro = 2.688,00 Euro jährlich

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitnehmer diese Obergrenze für eine Entgeltumwandlung nur insoweit nutzen kann, als sie nicht bereits durch Arbeitgeberbeiträge ausgeschöpft worden ist, da diese Arbeitgeberbeiträge immer steuer- und sozialversicherungsfrei gewährt und vorrangig auf diese Obergrenze angerechnet werden.

Bei Betrieben mit Sitz in den alte.n Bundesländern bedeutet dies, dass zunächst der 2012 geltende Arbeitgeberbeitrag zur Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes (ZVK) für die Rentenbeihilfe in Höhe von 3,5 % der Bruttolohnsumme auf diese Obergrenze anzurechnen ist. Weiterhin ist auch der Arbeitgeberbeitrag in Höhe von 30,68 Euro nach dem Tarifvertrag über eine Zusatzrente im Baugewerbe (TV TZR) vorrangig auf diese steuer- und beitragsfreie Obergrenze anzurechnen. Nur der dann noch verbleibende Restbetrag stellt die höchstmögliche steuer- und sozialversicherungsfreie Eigenleistung des Arbeitnehmers durch Entgeltumwandlung dar.

Beispiel (gewerbliche Arbeitnehmer/West):

Unter Berücksichtigung des ZVK-Beitrags von 3,5 % könnten somit beispielsweise in den alten Bundesländern bei einem monatlichen Bruttolohn des Arbeitnehmers in Höhe von 2.700 Euro die tariflichen Altersvorsorgeleistungen wie folgt um eine Eigenleistung des Arbeitnehmers (Entgeltumwandlung) aufgestockt werden, ohne dass die Obergrenze für die Lohnsteuer- und Sozialversicherungsfreiheit überschritten wird:

. monatlich jährlich
Obergrenze 224,00 Euro 2.688,00 Euro
./. ZVK (AG-Anteil) 94,50 Euro* 1 .134,00 Euro
./. TZR (AG-Anteil) 30,68 Euro 368,16 Euro
maximale weitere Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers** 98,82 Euro 1.185,84 Euro

* (2.700 Euro x 3,5 % = 94,50 Euro bei gewerblichen Arbeitnehmern, 76,00 Euro tariflicher ZVK-Beitrag bei Angestellten)

** einschließlich des Arbeitnehmeranteils von 9,20 Euro nach § 2 Abs. 1 TV TZR

Darüber hinaus besteht für alle Arbeitnehmer noch die Möglichkeit, in seit dem 1 . Januar 2005 bestehende Altersvorsorgungsverträge (§ 2 Abs. 5 TV TZR) weitere 1.800 Euro pro Jahr im Wege der Entgeltumwandlung steuerfrei in die Altersversorgung einzuzahlen; dieser pauschale Beitrag bleibt allerdings sozialversicherungspflichtig.

Besonders weisen wir noch darauf hin, dass § 2 Abs. 6 TV TZR die Entgeltumwandlung des Mindestlohnes und der Urlaubsvergütung (Urlaubsentgelt und zusätzliches Urlaubsgeld), der Urlaubsabgeltung und der Entschädigung nach § 8 BRTV ausdrücklich ausschließt. Mit dieser Regelung wird den Besonderheiten des Baugewerbes Rechnung getragen, da eine Umwandlung des Mindestlohnes die Durchsetzbarkeit und Kontrolle der allgemeinverbindlichen Mindestlöhne im Baugewerbe gefährden würde und eine Umwandlung von Bestandteilen der Urlaubsvergütung wegen des Urlaubskassenverfahrens in der Bauwirtschaft zu großen praktischen Problemen führen könnte.



Herausgeber: Baugewerbliche Verbände, Graf-Recke-Straße 43, 40239 Düsseldorf

Tel. 0211/91429-0, Fax: 0211/9142931 Verantwortl ich: Rechtsanwalt Joachim Dörmann

E-Mail: g.jansen@bgv-nrw.de



Johannes Hermanns